Der Würfelwinkel

Link zur Folge 3

Folge 3 ist da!

Die Weiselhain-Tanten kommen zu Besuch, und Mellia hat Sorge, dass sie ihr das Stipendium streichen, wenn die Würfelwinkel-WG nicht vor ihrem strengen Urteil bestehen kann. Außerdem hat sich Rosie für ein Treffen am Gignomaiplatz angekündigt, was Mellia und Viola einmal mehr vor die Frage stellt, wie man denn nun eigentlich eine Pforte macht.

 

alle bisherigen Folgen →

 

»Sie müssen die versprochenen Bienentanten sein!« begrüßte Jürgen die beiden. »Und dabei wollten wir doch eigentlich unseren Peter vorschicken, der weiß sich nämlich zu benehmen. Aber wenn Sie Tanten so unangemeldet kommen, dass Peter natürlich wieder mal nicht da ist, tja: Dann ist leider nichts zu machen, das passt jetzt schlecht. Im übrigen wollten wir gerade los. Sie sind viel zu früh.«
»Jürgen, jetzt nimm dich doch mal …«
»So«, sagte Tante Debora. »Ihr beide wolltet also gerade los. Na, das trifft sich ja. Wo soll es denn hingehen?«
»Ich hatte dir ja gesagt, dass meine Tanten alles wissen wollen. Vor allem wenn ich mit fremden Herren losziehen will, da zücken die sofort ihre Lorgnons. Stimmt’s nicht, ihr beiden?«
»Na, dann will ich Ihnen mal Auskunft geben«, sagte er freundlich. »Zum einen wollten wir gar nicht zusammen los. Tatsache ist, ich habe eine Verabredung, und Mellia wollte lediglich Sie beide aus der Straßensperre ziehen.«
»Sehr richtig«, sagte ich. »Es weiß ja schließlich nicht jeder, wie man hier hereinkommt.«
»Ach, den Würfelwinkel meinst du!« rief Tante Debora. »Ja, das war lustig, denn wir hatten uns natürlich vorher erkundigt. Siehst du, auch wir waren ja einmal jung — oder jedenfalls haben wir auch hier studiert in dieser kuriosen Stadt und so manches Komische erlebt und gesehen.«
»Wie schade«, sagte Tante Melissa.
»Bitte?«
»Dass Sie uns schon verlassen wollen.«
»Aber nicht doch«, sagte Jürgen, »und wissen Sie was? Ihnen zu Ehren kann ich meine Verabredung auch verschieben. Wirklich, das ist gar kein Problem, also kein großes. Ich müsste nur rasch telefonieren.«
»Na, das wäre ein Entgegenkommen. Und wo ist der Zwerg? Es gab doch auch einen Zwerg, wenn ich nicht irre.«
»Ich bin hier«, sagte Helge und war hinter ihr herangetreten.
»So, das ist ja interessant«, sagte Tante Melissa, zog wieder ihre Lorgnette und musterte Helge wie ein Ausstellungsstück.
»Haben Sie ein Problem mit den Augen?« fragte er.
Ich seufzte innerlich. Im Geiste sah ich mich schon meine Koffer packen.
»Wissen Sie was«, sagte Jürgen. »Ich werde ja nun Ihnen zu Ehren meine Verabredung verschieben und muss aber dennoch später durchaus gehen. Wenn wir uns jetzt also ein klein wenig beschwingen könnten? Denn wie ich eben vernahm, haben Sie ja Ihre Zeit auch nicht gestohlen.«
»Sehr wahr«, befand Tante Melissa. »Endlich spricht es mal einer aus.«